Erst Recherche, dann Theater

30.06.2017

Erst Recherche, dann Theater

Mühltal.- Clowns haben im Zuge des Leitbild-Prozesses die NRD erkundet und aus ihren Eindrücken ein Theaterstück gemacht. Heute findet in der Lazaruskirche die Aufführung vor einem großen Kreis an Führungskräften und Klientenvertretern statt.

Die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) überarbeitet derzeit ihr Leitbild. Bemerkenswert an diesem Prozess ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung aktiv beteiligt und außerdem Clowns mit im Boot sind. Zehn Clowns unter Leitung der Regisseurin Ann Dargies haben 14 Tage lang in der NRD recherchiert, um den Ist-Zustand des diakonischen Unternehmens mit Blick von außen zu erforschen. Die Ergebnisse dieser Erkundung münden in ein Theaterstück, das am Dienstag, 30. Juni, in der NRD aufgeführt wird und Impulse für die weitere Arbeit am Leitbild geben soll.

Das Unternehmensleitbild der NRD, verabschiedet 1999, ist in die Jahre gekommen. Seitdem hat sich vieles grundlegend geändert, vor allem durch den Regionalisierungs-Beschluss, den der NRD-Stiftungsrat im Jahr 2005 fasste: Die Großeinrichtung NRD in Mühltal soll aufgelöst und alle Angebote sollen an vielen Standorten in der Region Südhessen aufgebaut werden. Noch vor 20 Jahren gab es neben dem Zentralgelände in Mühltal/Nieder-Ramstadt nur einen weiteren Standort in Jugenheim/ Rheinhessen. Inzwischen ist die NRD an rund 50 Standorten zu finden. Schon über 350 der stationären Wohnheimplätze sind aus Nieder-Ramstadt in die Region umgezogen, Menschen mit Behinderung leben dort in kleinen Häusern, mitten in Wohngebieten mit guter Infrastruktur.

Die Arbeit in der NRD hat sich durch die Regionalisierung stark verändert, die Lebenssituation ihrer Klienten ebenfalls. Menschen mit Behinderung leben nun nicht mehr in einer Sonderwelt mit Rundum-Versorgung durch Großküche, ärztlichen Dienst und Wäscherei, sondern in familiären Wohnverhältnissen in Stadt und Land. Dies ist eine wesentliche Voraussetzungen dafür, die von der Bundesrepublik Deutschland 2009 ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, die Menschen mit und ohne Behinderung gleiche Rechte auf Bildung, Arbeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zuspricht.

Wie sieht der Weg der NRD in die nahe Zukunft, die nächsten zehn, zwanzig Jahre aus. Welche Werte sollen die über 2.000 Mitarbeitenden teilen, die an vielen verschiedenen Orten ihre Arbeit tun? Welche Qualität dürfen Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen erwarten, die die Dienste der NRD in Anspruch nehmen? Auf diese Fragen soll das neue Leitbild antworten, an dem seit Ende 2016 gearbeitet wird. Durch Antwortkarten, die mit einem Info-Flyer in einfacher Sprache im Unternehmen verteilt wurden, können Mitarbeitende und Klienten ihre Wünsche und Ideen äußern. Außerdem wurde eine Homepage eingerichtet, auf der man Beiträge veröffentlichen und auch in geschlossenen Gruppen diskutieren kann. Und nicht zuletzt sind die Clowns im Einsatz, die ihre Blicke „liebevoll und gnadenlos“ (Ann Dargies) auf die NRD gerichtet haben und in ihrer Aufführung am 30. Juni widerspiegeln werden, was sie wahrgenommen haben.

Zehn Orte haben die Clowns im Zuge ihrer Recherche erkundet, aus der Fülle ihrer Eindrücke hat die Autorin Michaela Rochus im Auftrag von Ann Dargies ein Stück gemacht, an dem Dargies und die Clowns seit Ostern 2017 arbeiten – ohne jegliche Einflussnahme seitens der NRD. Die rund 100 ZuschauerInnen – NRD-Vorstand, Leitungskräfte und Klienten – dürfen sich am 30. Juni in der zur Baustelle arrangierten Lazaruskirche auf dem NRD-Gelände in Mühltal überraschen lassen und werden hoffentlich zu einem lebhaften Austausch inspiriert. Damit alle NRD’ler das Stück sehen können, wird die einstündige Aufführung von einem Kamerateam gefilmt und wird einige Tage später im Intranet abrufbar sein.

Die Materialsammlung zum Leitbild wird bis September fortgesetzt, dann treffen 100 NRD’ler (die ZuschauerInnen vom 30. Juni) wieder zusammen, um mit Hilfe eines externen Moderatorenteams die Ergebnisse zu sichten und auszuwerten. Danach sollten die Inhalte des neuen Leitbildes klarer sein – und vielleicht auch schon eine Idee seiner künftigen Form vorliegen. Denn ein Leitbild muss kein Text sein. Vielleicht wird es auch ein Bild, gemalt von KünstlerInnen mit und ohne Behinderung.
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  • Inklusion...

    ... finde ich sehr gut. Wenn Kinder von Anfang an zusammen sind und nicht auseinandersortiert werden, gewöhnen sich alle aneinander und können lernen, sich gegenseitig zu helfen. 

    Inklusion...
    Horst Enzmann
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