Ziegenhof „Weiße Hube“ in Bad-König bietet Arbeit für Menschen mit Behinderung

29.01.2019

Ziegenhof „Weiße Hube“ in Bad-König bietet Arbeit für Menschen mit Behinderung

Auf dem Biohof "Weiße Hube" in Bad König/ Momart wird Ziegenmilch in Bioland-Qualität verarbeitet. Der Hof bietet auch Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz. Und die NRD sucht aktuell eine Fachkraft zu deren Betreuung.

Im Jahr 2017 wurde erstmals ein landwirtschaftliches Unternehmen mit dem Hessischen Inklusionspreis ausgezeichnet. Der Preis für die beispielhafte Beschäftigung und Integration behinderter Menschen ging an Hans und Sabine Trumpfheller, die in zwölfter Generation einen Bauernhof in Bad-König/Momart im Odenwald betreiben und seit elf Jahren nach Bio-Kriterien wirtschaften. Bis zu acht Menschen mit Beeinträchtigung gleichzeitig waren schon auf dem Hof beschäftigt, derzeit sind es sechs. Zwei von  ihnen sind fest angestellt, die übrigen sind Werkstatt-Beschäftigte, die hier auf einem Außenarbeitsplatz tätig sind. Zwei der Beschäftigten gehören zur Mühltal-Werkstatt der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD), für weitere Interessenten sind noch Plätze frei. Die NRD will auf dem Bio-Hof in Momart eine Außen-Arbeitsgruppe etablieren und sucht dafür aktuell eine Fachkraft oder eine*n Quereinsteiger*in zur Unterstützung, Förderung und Anleitung der Beschäftigten (siehe hier: Mitarbeiter in der Betreuung (m/w/d)).

Zukunftsfähig

Wie geht es zu auf dem Bio-Hof „Weiße Hube“? Sabine Trumpfheller, die sich vor allem um die Buchhaltung kümmert, gibt Auskunft: Von der Mutterkuh-Haltung mit 100 Rindern, die sie mit der Umstellung auf Bio im Jahr 2008 einführten, haben die Trumpfhellers 2015 auf Ziegen umgestellt. „Wir wollten den Hof zukunftsfähig machen, denn unser jüngster Sohn, er ist 17, hat sich entschlossen, den Betrieb weiter zu führen. Die Mutterkuh-Haltung wird mit 40 Mutterkühen plus Nachzucht fortgesetzt und inzwischen leben 140 Milchziegen plus Nachzucht, auf dem Hof. Außerdem kamen im vergangenen Jahr 200 Legehennen dazu, die im mobilen Stall leben und regelmäßig umgesetzt werden. Während die Kühe und die Ziegen die kalte Winterzeit im Stall verbringen, scharren und picken die Hennen draußen: eine dünne Schneedecke macht ihnen nichts aus und ihr Gefieder hält sie auch bei den jetzigen Minusgraden warm. Jederzeit können sie in den Stall gehen, die meisten aber bevorzugen es, tagsüber an der frischen Luft zu sein.

280 Ziegenkitze werden erwartet

Die Winterzeit ist für die Kühe und Ziegen auf der „Weißen Hube“  die Zeit der Erwartung. Die Ziegen  werden nicht gemolken, denn sie sind trächtig und werden spätestens im März Nachwuchs zur Welt bringen. „Wir erwarten rund 280 Ziegenkitze“, sagt Sabine Trumpfheller und überrascht den Laien mit der Auskunft, dass Ziegen spätestens ab der zweiten Trächtigkeit in der Regel Zwillinge zur Welt bringen.

Dann gibt es richtig viel zu tun: Die neugeborenen Kitze müssen bis zu zehn Tage lang dreimal täglich mit der Flasche gefüttert werden. Die ersten fünf Tage bekommen sie die sogenannte Biestmilch, die besonders nährstoffreiche Erstmilch des Muttertiers, die auch wichtige Abwehrstoffe enthält. Danach bekommen die Zicklein noch bis zu zehn Wochen lang Bio-Kuhmilch, bis sie anfangen, selbst Wasser zu trinken, sowie Heu und Kraftfutter zu fressen.

Käserei auf dem eigenen Hof

Nach der Geburt geben die Muttertiere viel Milch. Doch diese ist auf der „Weißen Hub“ nicht für den Nachwuchs bestimmt, sondern für die Käserei, die die Trumpfhellers auf ihrem Hof betreiben. Rund 40.000 Liter Bio-Ziegenmilch werden hier jährlich zu Käse verarbeitet. Da gibt es alles vom Frischkäse in sechs Varianten über Brie und Schnittkäse bis zum Hartkäse. Auch für die Vermarktung sorgen die Trumpfhellers selbst, indem sie vor allem Läden in der Odenwald-Umgebung beliefern.

Das ganze Jahr über ist auf der „Weißen Hube“ viel zu tun. Wenn die Tiere draußen sind, muss die Herde immer wieder auf frisches Weideland wechseln und der Zaun entsprechend umgesteckt werden. Während der Monate im Stall muss dieser täglich gereinigt und frisch eingestreut werden. Der Futtertisch in der Mitte des Stalls, an dem sich die Ziegen von beiden Seiten bedienen, muss sauber gehalten und immer mit frischem Heu oder Silage gefüllt werden. Auch am Melkstand ist zu tun. Zweimal zwölf Ziegen befinden sich jeweils darin und rücken nach und nach zum Melken vor, angelockt durch leckeres Futter. Das Melkzeug wird von Hand angelegt und abgenommen, es wird also noch weitgehend traditionell gemolken. Auch um die Hühner muss man sich täglich kümmern. Die Eier, ebenso wie die Ziegenmilch in Bioland-Qualität,  müssen ausgehoben, sortiert, gestempelt und verpackt werden.

„Menschen mit Beeinträchtigung finden bei uns viele Einsatzgebiete“, sagt Sabine Trumpfheller, „auch in der Käserei können wir noch Unterstützung gebrauchen. Dort gilt es allerdings, etliche Hygienevorschriften zu beachten.

„Sehr empfehlenswert!“

An vielen der genannten Arbeiten sind auch Angelina Vetter aus der Mühltal-Werkstatt und ihre Kollegin beteiligt. In der Werkstatt-Zeitung „Schau dich schlau“ hat Angelina Vetter  über ihre Arbeit auf dem Hof berichtet: „Ich muss schon sagen, der Ziegenhof ist sehr empfehlenswert und die Leute hier sind sehr nett und geduldig“ schreibt sie. Und weiter: „Ich hoffe (…) es kommen noch mehr, die auf dem Hof arbeiten wollen“.   
                                                                                                                                                                                                                                 Marlene Broeckers

Beschäftigte der Mühltal-Werkstätten (oder solche, die es werden wollen) können sich bei Interesse an Ilka Grahn vom Sozialdienst wenden, per Telefon unter 06151/ 149 7360 oder per E-Mail an ilka.grahn@nrd.de

Weitere Informationen über den Bio-Hof der Familie Trumpfheller auf www.weisse-hube.de

Unser Bild zeigt den Ziegenstall der Familie Trumpfheller. Foto: Trumpfheller

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