27.08.2025
Praxis und Schule (PUSCH) – so lautet der Titel eines schulischen Kooperationsprojektes zwischen der weiterführenden Gesamtschule Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Bensheim und der kooperativen Gesamtschule Melibokusschule in Alsbach und der NRD. Das Projekt wird dabei an beiden Schulen in enger Zusammenarbeit von Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften der NRD durchgeführt. Mit einem Rückblick beider Schulen auf das Schuljahr 2024/2025 wird der Erfolg des Projektes sichtbar, das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird.
Mit zwölf motivierten Jugendlichen nahm im Schuljahr 2024/2025 ein besonderes Projekt seinen Lauf: die erstePUSCH-Klasse an der Melibokusschule in Alsbach. Das Jahr war geprägt von praktischen Erfahrungen, persönlichen Erfolgen und wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft.
Praxis von Anfang an
Den Grundstein für den Erfolg legte im ersten Halbjahr der Besuch
der Heinrich-Metzendorf-Schule. Dort erhielten die Schüler*innen im Rahmen des
fachpraktischen Unterrichts wertvolle Einblicke in verschiedene Berufsfelder.
Dies war eine gute Vorbereitung auf das zweite Halbjahr, denn hier fanden die Praxistage
direkt in „echten“ Betrieben statt.
Beeindruckende Erfolgsbilanz
Die Ergebnisse sprechen für sich: Sieben der zwölf Jugendlichen
erreichten ihren Hauptschulabschluss, sechs davon sogar den qualifizierenden.
Besonders erfreulich: Alle sechs Absolvent*innen mit qualifizierendem Abschluss
haben durch ihre positiven Erfahrungen in der PUSCH-Klasse beschlossen, ihren
schulischen Weg fortzusetzen. Aber auch für diejenigen ohne Abschluss öffneten
sich Türen: Zwei Schüler*innen fanden über ihre Praktika direkt einen
Ausbildungsplatz – ein weiterer Schüler nutzt die Chance zur Wiederholung, um
seinen persönlichen Weg zu finden.
Mehr als nur Unterricht
Das Herzstück des PUSCH-Projektes im vergangenen Schuljahr
bildeten die vielfältigen sozialpädagogischen Angebote, die weit über den
regulären Schulalltag hinausgingen. Selbst in den Ferien standen den
Jugendlichen Unterstützungsangebote zur Verfügung. In der Bewerbungswerkstatt
feilten sie an perfekten Lebensläufen und Anschreiben und übten gezielt für
Vorstellungsgespräche.
Berufsorientierung zum Anfassen
Ein roter Faden zog sich durch das gesamte Jahr: die intensive
Berufsorientierung. Bei Betriebserkundungen – vom Staatstheater Darmstadt bis
zum Tierheim Heppenheim – konnten die Jugendlichen erleben, wie vielfältig die
Arbeitswelt ist. Workshops mit externen Partnern wie der Deutschen Bahn oder
dem Projekt „Dress for Job" vermittelten zudem Wissenswertes rund um
Auftreten, Wirkung und professionelle Kleidung im Berufsleben.
Persönlichkeit stärken, Gemeinschaft erleben
Neben der beruflichen Orientierung kam auch die persönliche
Entwicklung nicht zu kurz. Ein Projekttag zum Thema Suchtverhalten, gemeinsam
mit der Caritas gestaltet, regte zur Reflexion über wichtige Lebensfragen an.
Koch- und Backaktionen sowie der gemeinsame Besuch der „Nacht der
Ausbildung" rundeten das Jahr ab und sorgten für viele gemeinsame
Erlebnisse und Eindrücke, die über den Unterricht hinauswirkten.
Mit dem Schuljahr 2024/2025 geht für die 13 Teilnehmenden des PUSCH-Projekts an der Geschwister-Scholl-Schule ein erfolgreiches Schuljahr zu Ende. Neun von ihnen erreichten erfolgreich den Hauptschulabschluss, zwei sogar den qualifizierenden Hauptschulabschluss. Vier Jugendliche wiederum starten direkt in eine Ausbildung, wobei ein weiterer Schüler trotz nicht bestandenen Abschlusses ebenfalls eine Ausbildungsstelle antreten wird.
Mehr als nur Unterricht
Das Jahr war geprägt von vielfältigen Projekten und Angeboten, die sowohl die persönliche Entwicklung als auch die Gemeinschaft förderten. Ein zentrales Element: Das regelmäßige Mittagsangebot im PUSCH-Büro, bei dem gemeinsam gekocht und gegessen wurde.
Besonders bereichernd für die Schülerinnen und Schüler war zudem der Besuch ehemaliger PUSH-Teilnehmer*innen, die von ihren beruflichen und schulischen Erfolgen berichteten und so motivierende Einblicke in mögliche Lebenswege gaben.
Raum für Kreativität und gemeinsame Projekte
Das Schuljahr 2024/25 wurde auch geprägt durch ein Backprojekt sowie intensive Lernphasen in den Herbst- und Osterferien für die Hauptfächer und Abschlussprüfungen. Ein wichtiger Bestandteil des Projektes bestand zudem darin, die Schüler*innen bei der Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche sowie beim Erstellen und Versenden von Bewerbungen zu unterstützen. Auf Wunsch der Jugendlichen wurden zudem Ausflüge außerhalb von Bensheim unternommen.
Ein besonderes Highlight für alle: Die Zusammenarbeit mit dem AWO-Seniorenzentrum: In den Ferien wurden gemeinsam Ostereier bemalt und Gesellschaftsspiele gespielt. Aufgrund der positiven Resonanz luden die Schülerinnen und Schüler die Senior*innen kurzerhand zu einem weiteren Vormittag mit Eisbechern und Gesprächen ein.
Doch damit nicht genug: Internationale Kochaktionen brachten Vielfalt auf den Teller, ein Henna-Aktionstag ließ die Kreativität sprudeln, und beim Muffin- und Kuchenbacken wurde nicht nur gebacken, sondern auch verkauft – die Erlöse des Kuchenverkaufs finanzierten so gemeinsame Ausflüge und Abschlussgeschenke.
Auch die Elternarbeit wurde intensiv gepflegt – auf Wunsch fanden Gespräche direkt in den Wohnungen der Familien statt.
Fit für die Zukunft
Abgerundet wurde das Schuljahr durch ein Schuldenpräventionsprojekt der AWO, bei dem die Jugendlichen ihren „Finanzführerschein" erwarben – praktisches Rüstzeug für die Zukunft.
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