Spagat zwischen Familie und Beruf – Berufsbegleitend zur Heilerziehungspflegerin

28.09.2025

Spagat zwischen Familie und Beruf – Berufsbegleitend zur Heilerziehungspflegerin

Morgens um 5 Uhr klingelt der Wecker. Während andere noch im Bett liegen, ist für Chiara Travaglione der Tag bereits in vollem Gange: Frühstück für ihre Kinder vorbereiten, Taschen packen, zur Kita fahren – und dann direkt weiter zur NRD. Dort macht die 28-Jährige eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin und beweist täglich, wie gut der Spagat zwischen Familie und Beruf gelingen kann.

Mit der NRD verbunden ist Chiara Travaglione bereits seit acht Jahren. Nachdem ein Freund ihr von seinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) erzählte, fasste sie ebenfalls den Entschluss, ein FSJ in der NRD zu absolvieren. Gesagt, getan – und so begann sie 2017 ihr FSJ in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung. „Das FSJ war zuerst nur für ein halbes Jahr geplant. Es hat mir dann aber so viel Spaß gemacht, dass ich es direkt verlängert habe“, erinnert sich die angehende Heilerziehungspflegerin. Anschließend blieb die fröhliche und aufgeschlossene junge Frau dem Team erhalten und arbeitete dort als Hilfskraft weiter, bis sie sich zum ersten Mal in Elternzeit verabschiedete. „Aber auch während meiner Elternzeit konnte ich mich nicht so ganz von der NRD lösen. Ich bin hin und wieder gekommen, und habe die Gruppe zum Beispiel bei Ausflügen unterstützt“, erzählt sie. 

Nach ihrer Elternzeit ging es in der NRD dann aber an anderer Stelle weiter: Chiara Travaglione wechselte in die Mühltaler Tagesstätte, wo sie sich nach ihrer zweiten Elternzeit entschied, berufsbegleitend eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin zu beginnen. „Anfangs hatte ich schon Bedenken, alles unter einen Hut zu bekommen. Aber es klappt ganz gut. An zwei Tagen habe ich Schule und an den anderen drei Tagen arbeite ich hier in der Tagesstätte.“ Was für die junge Mutter außerdem ein absoluter Pluspunkt ist: Ihre beiden Kinder können die Kita-Dornberg auf dem NRD-Gelände unweit der Tagesstätte besuchen. „Die NRD bietet mir hier eine gute Möglichkeit. Ich weiß, dass meine Kinder ganz in meiner Nähe und gut betreut sind. Die Kita in unserem Ort, in dem wir wohnen, hingegen hätte gar nicht die passenden Öffnungszeiten gehabt, die zu meinem Arbeitsalltag passen“, erklärt sie. 

Jetzt ist Chiara Travaglione bereits im 2. Ausbildungsjahr und freut sich, dass sie mit der Ausbildung die richtige Entscheidung getroffen hat. Hierbei kann sie ihrer Leidenschaft, in engem Kontakt mit Menschen zu arbeiten nachgehen und gleichzeitig ihr Wissen im Umgang mit ihnen erweitern. Denn, so erzählt die Auszubildende: „In der Praxis gibt es oft auch schwierige Situationen, mit denen man erstmal lernen muss, umzugehen. Zum Beispiel, bei der Unterstützung von Klientinnen und Klienten mit herausforderndem Verhalten.“ 

Doch wie sieht ein typischer Arbeitstag einer angehenden Heilerziehungspflegerin eigentlich aus? Zunächst heißt es am Morgen, die Klient*innen in Empfang zu nehmen und in einer gemeinsamen Morgenrunde den Tag zu beginnen. Hierbei besprechen Chiara Travaglione und die Kolleg*innen aus ihrem Kernteam mit den Klient*innen beispielsweise, welche Arbeitsangebote am heutigen Tag anstehen. Ob Taschen bedrucken oder Steckarbeiten machen, sie unterstützt die Menschen in der Tagesstätte bei ganz verschiedenen Arbeiten. Neben pflegerischen Tätigkeiten begleitet sie die Klient*innen zudem beim Mittagessen und bei Pausen- und Bewegungsangeboten am Nachmittag. Zwischendurch gilt es auch Wichtiges zu dokumentieren. Das können beispielsweise Einträge zur Medikamentengabe, zum Ess- oder Trinkverhalten der Klient*innen sein. So neigt sich ein abwechslungsreicher, aber auch anstrengender Arbeitstag mit viel Verantwortung dem Ende zu. „Die Tage, an denen ich praktisch arbeiten darf, machen mir am meisten Spaß. Manche Situationen beschäftigen mich aber auch nach Feierabend noch. Ich gehe dann gerne mit meinen Kindern raus. Da bekomme ich den Kopf frei“, beschreibt die Mutter eines fünfjährigen Sohnes und einer dreijährigen Tochter. 

Damit die Ausbildung gut gelingt, hat Chiara Travaglione eine sogenannte Praxisanleiterin, die sie in der NRD in Kerstin Bergsträßer (Teamleiterin in der Tagesstätte) gefunden hat. Kerstin Bergsträßer ist ihre direkte Ansprechpartnerin und hat immer ein offenes Ohr für die Auszubildende. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, Menschen, insbesondere Eltern, auf ihrem Bildungsweg zu begleiten. Ich erlebe eine große Bereitschaft seitens der NRD, aber auch der Fachschulen, individuelle Modelle zu ermöglichen. Chiara ist für mich ein strahlendes Beispiel, wie gut es funktionieren kann, Familie und Ausbildung zu vereinen“, sagt Kerstin Bergsträßer und ergänzt, „davor habe ich großen Respekt und empfinde sie als Inspiration und Vorbild für andere.“ 

Blick in die Zukunft Wenn Chiara Travaglione ihre Ausbildung im nächsten Jahr abschließt, wird sie nicht nur einen qualifizierten Berufsabschluss in der Tasche haben, sondern auch bewiesen haben, dass Träume und Lebenspläne nicht aufgeschoben werden müssen. Was müssen andere mitbringen, die sich auch für eine HEP-Ausbildung interessieren? „Man sollte auf jeden Fall offen und empathisch sein, auf Menschen zugehen können und Humor mitbringen“, sagt sie und lacht dabei.

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