23.09.2026
40 Jahre begleiten, beraten, fördern und Mut machen – 25 Jahre davon in Trägerschaft der Nieder-Ramstädter Diakonie: Die Frühförder- und Beratungsstelle der NRD im Süd- und Mittelkreis Groß-Gerau feiert Jubiläum. Seit ihrer Gründung im Jahr 1986 hat sie sich von einer kleinen Einrichtung mit zwei Mitarbeiterinnen zu einem festen und wichtigen Bestandteil des regionalen Unterstützungsnetzwerks entwickelt.
Angefangen hat alles 1986 in Riedstadt. Zwei Mitarbeiterinnen teilten sich eine Vollzeitstelle und hatten bereits damals eine klare Vision: Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten oder Beeinträchtigungen frühzeitig zu unterstützen und Familien zu stärken. Mit wachsendem Bedarf wuchs auch das Angebot. 1996 kam die heilpädagogische Kindergartenfachberatung hinzu. Seit 2001 befindet sich die Frühförderstelle in der Trägerschaft der NRD. Jutta Babion, Leitung Frühförder- und Beratungsstelle: „Damals wie heute steht eine Frage im Mittelpunkt: Was braucht ein Kind, damit es sich gut entwickeln und seinen eigenen Weg gehen kann? Die Antwort darauf ist so individuell wie die Kinder und Familien, die in die Frühförderung kommen.“
Heute begleitet das vierzehnköpfige Team Kinder vom Säuglingsalter bis zur Einschulung und arbeitet eng mit Familien, Kindertagesstätten, Kinderärztinnen und -ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weiteren Fachstellen zusammen. Dabei findet Unterstützung nicht nur in den Räumen der Frühförderstelle statt: Die Fachkräfte kommen auch in die Familien, Kitas und Familienzentren – dorthin, wo Kinder leben und lernen. „Wir sehen nicht zuerst die Schwierigkeiten eines Kindes. Wir sehen das Kind.“ Dieser Satz von Jutta Babion beschreibt die Haltung der Frühförderung besonders gut. Es geht darum, Fähigkeiten und Ressourcen wahrzunehmen, gemeinsam mit den Eltern passende Wege zu entwickeln und Familien in einer oft von Unsicherheit geprägten Lebensphase Orientierung und Zuversicht zu geben.
Wie sehr die Arbeit gewachsen ist, zeigen die Zahlen: Wurden 2006 noch 81 Kinder im Bereich Frühförderung begleitet, waren es 2025 bereits 186. Auch das Team ist gewachsen: Heute arbeiten 13 pädagogische Fachkräfte und eine Verwaltungskraft in der Frühförder- und Beratungsstelle.
Respekt, Offenheit und Empathie
Doch ein Jubiläum lässt sich nicht allein in Zahlen erzählen. Hinter jeder Zahl stehe ein Kind, eine Familie und eine ganz eigene Geschichte. Es gehe um erste kleine Schritte, neue Fähigkeiten, Fragen, Sorgen und manchmal auch um die Erleichterung, mit seinen Fragen nicht allein zu sein. Gerade die Arbeit im familiären Umfeld brauche dabei Vertrauen, so Babion. „Eltern öffnen den Fachkräften ihre Türen und lassen sie an einem sehr persönlichen Teil ihres Lebens teilhaben. Diesem Vertrauen begegnet das Team mit Respekt, Offenheit und viel Einfühlungsvermögen.“ Dass dies gelingt, zeigten Rückmeldungen von Eltern: „Sie fühlen sich verstanden, ernst genommen und nicht bewertet. Und sie erleben, dass nicht nur das gesehen wird, was ihrem Kind schwerfällt, sondern vor allem auch das, was es kann.“
Auch das Team selbst ist ein wichtiger Teil der 40-jährigen Geschichte. Hier vereinen sich unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Persönlichkeiten. Jede Kollegin arbeitet eigenständig – und gleichzeitig ist der Zusammenhalt groß. „Wir schwärmen aus und finden doch immer wieder als Team zusammen“, beschreibt eine Mitarbeiterin diese besondere Zusammenarbeit.
So ist das Jubiläum vor allem eines: eine Feier der Menschen. Der Kinder und Familien, die der Frühförderung ihr Vertrauen schenken. Der Mitarbeiterinnen – heute und früher. Und der vielen Kooperationspartnerinnen und -partner, die gemeinsam mit der Frühförderung daran arbeiten, Kindern gute Entwicklungschancen und Teilhabe zu ermöglichen. „40 Jahre Frühförderung bedeuten 40 Jahre Engagement, Vertrauen, Entwicklung und Miteinander. Und nach 40 Jahren ist eines unverändert: Im Mittelpunkt steht das Kind – mit seinen Fähigkeiten, seiner Neugier und seinem ganz eigenen Weg“, sagt Jutta Babion.
© Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie
Bodelschwinghweg 5 - 64367 Mühltal - Tel.: (06151) 149-0 - Fax: (06151) 144117 - E-Mail: info@nrd.de