Internationale Azubis für Rheinland-Pfalz

22.04.2026

Internationale Azubis für Rheinland-Pfalz

Die NRD freut sich über vier neue Kolleg*innen: In der vergangenen Woche sind junge Menschen aus Südindien in Frankfurt angekommen, um ihre berufliche Laufbahn in der NRD zu beginnen. Sie sind Teil des Fachkräftegewinnungsprojekts, das im Sommer 2024 gestartet wurde.

Die neuen Mitarbeitenden stammen aus dem Bundesstaat Kerala und beginnen zunächst eine Ausbildung zur Heilerziehungspflege. Drei von ihnen werden künftig in Wörrstadt und Wallertheim eingesetzt, ihre Kollegin verstärkt das Team in der Einsteinstraße in Darmstadt. Während bislang alle ausländischen Kräfte ihren Platz in Hessen gefunden haben, sind es für den NRD-Standort in Rheinland-Pfalz die ersten Azubis aus dem Ausland.

Die Anreise war lang und anstrengend – rund 13 Stunden Flugzeit und eine Zeitverschiebung von drei Stunden lagen hinter ihnen. „Ich freue mich sehr, nun hier zu sein“, sagte Alex Thomas bei seiner Ankunft. Sein Kollege Aswin Jommy John berichtete zudem in relativ gutem Deutsch von einem unruhigen Flug. Christian Gimbel, Leitung Personalrekrutierung und Ausbildung, betont: „Die Sprache ist oft die größte Herausforderung. Sprachliche Entwicklung braucht Zeit und Praxis.“ Daher kooperiert die NRD in Rheinland-Pfalz erstmals mit der Fachschule Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege der Berufsbildenden Schule II (BBS II) in Mainz.

Für Heilerziehungspfleger*innen aus dem Ausland, die in Rheinland-Pfalz arbeiten möchten, gelten spezifische Sprachanforderungen, um die Anerkennung ihres Berufsabschlusses zu erhalten und die notwendige Berufszulassung zu bekommen. So ist in der Regel der Nachweis von Deutschkenntnissen auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) erforderlich.

Auszubildende in Hessen starten die Ausbildung in der Regel ebenfalls auf dem B2-Niveau, müssen dann aber zur Versetzung nach max. eineinhalb Jahren das Level C1 erreicht und die Prüfung bestanden haben.

Erfolgreiches Programm seit 2024

Seit dem Start des Projekts hat die NRD bereits 16 Fachkräfte aus Indien gewonnen – in enger Zusammenarbeit mit einer lokalen Agentur vor Ort. „Wir sehen uns in unserem Ansatz bestätigt“, so Gimbel. „Die neuen Kolleg*innen fühlen sich wohl und bereichern unsere Teams.“

Der Weg nach Deutschland umfasst mehrere Schritte: ein digitaler Auswahlprozess, die Abstimmung mit Schulen im Herkunftsland sowie umfangreiche Vorbereitungen rund um Visa und arbeitsrechtliche Fragen. NRD-intern arbeiten verschiedene Bereiche eng zusammen – von der Einsatzplanung in den Wohneinheiten bis zur Wohnraumsuche mit dem Immobilienmanagement der NRD. Die neuen Auszubildenden wurden persönlich am Flughafen empfangen und bei ihren ersten Schritten begleitet.

Ein strukturiertes Onboarding erleichtert den Start: Neben der Einführung in den Arbeitsalltag gehört auch das Kennenlernen der neuen Umgebung dazu. Ein eigens erstelltes Handbuch unterstützt zusätzlich. „Der Schritt in ein neues Leben erfordert Mut. Deshalb wollten wir den Einstieg so angenehm wie möglich gestalten“, erklärt Gimbel.

Motivation und Offenheit

Die vier Auszubildenden absolvieren zunächst ein Vorpraktikum bis Ende Juli, bevor am 3. August ihre Ausbildung beginnt. Die Rückmeldungen aus den Teams sind durchweg positiv. „Ich bin beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Offenheit“, sagt Christoph Racky aus Wallertheim. Auch aus Wörrstadt berichtet Franziska Lintzel, die neuen Kolleg*innen seien herzlich aufgenommen worden und zeigten großes Interesse an der sozialen Arbeit.

Die NRD will ihren internationalen Kurs fortsetzen. Trotz des organisatorischen Aufwands sieht sie sich bestätigt: Die bisherigen internationalen Mitarbeitenden haben sich gut integriert und sind eine große Bereicherung. Als nächstes richtet sich der Blick nach Tunesien, wo derzeit weitere vier Menschen auf ihren Einsatz in Deutschland vorbereitet werden. Diesmal sind es bereits ausgebildete Fachkräfte. So oder so – die NRD heißt stets alle neuen Kolleg*innen willkommen.

Bild: Christian Gimbel, Jithu Abraham, Aswin Jommy John, Alex Thomas, Ammu Biju, Ulrike Rodemich (v.l.)

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