24.04.2026
Die Interessenvertretung (IWO) der Teilhabe Groß-Bieberau hat eine eigene Bewohnerinnen-Umfrage durchgeführt. Ausgangspunkt war der Wunsch der Bewohnerinnen nach mehr Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit in ihrem Lebensumfeld.
Vorausgegangen war eine Schulung des Bundesverbands der evangelischen Behindertenhilfe (BeB), an der alle sechs IWO-Mitglieder der Wohneinheit Groß-Bieberau teilnahmen. Im Rahmen des Projekts „Mehr Mitbestimmen!“ lernten sie, dass Partizipation bedeutet, aktiv in Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen zu sein und sich zu beteiligen. Daraufhin überlegte die IWO, wie und wo sie am besten Einfluss nehmen kann – mit dem klaren Ergebnis: im eigenen Lebensumfeld.
Die Ausarbeitung der Umfrage dauerte fast zwei Jahre. Zunächst mussten die relevanten Themen gesammelt werden. In dieser Zeit führten die IWO-Mitglieder Gespräche mit den übrigen 43 Bewohner*innen des Hauses „Im Falltor“, um herauszufinden, welche Anliegen, Wünsche und Verbesserungsbedarfe bestehen. „Die IWO hat das weitestgehend selbstständig gemacht“, bestätigt Sandra Schweigert, Leitung Teilhabe Groß-Bieberau.
Beim anschließenden Formulieren der Fragen wurde das Umfrage-Projektteam von der NRD-Abteilung „Unterstützte Kommunikation“ begleitet. Diese half, die Fragen verständlich zu gestalten und sie bildlich zu ergänzen, sodass jeder Bewohner und jede Bewohnerin sie beantworten konnte. Anschließend durchliefen die Fragen verschiedene Instanzen der NRD, die sie gründlich prüften. „Die Aufsichts- und Betreuungsbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg zeigte sich beim letzten Treffen des Arbeitskreises für Einrichtungsbeiräte sehr interessiert und betrachtete die fertige Befragungsvorlage genau“, berichtet Schweigert. Auch der NRD-Vorstand erhielt vorab Einblick in die Umfrage.
Der Tag der Umfrage
Ende März nahmen von insgesamt 49 Bewohner*innen der Wohneinheit Groß-Bieberau 26 aktiv an der Befragung teil. Elf Bewohner*innen lehnten die Teilnahme ab, zwölf konnten nicht aktiv befragt werden. Die Fragen reichten von „Wie fühlst du dich in deiner WG?“ über „Wie zufrieden bist du mit den Mitarbeiter*innen?“ bis zu „Was soll oder muss sich in Bereichen wie dem Garten verändern?“ Insgesamt umfasste die Umfrage 19 Fragen.
„Rückblickend haben wir festgestellt, dass es trotz guter bildlicher Aufbereitung zu viele Fragen waren. Für einige Teilnehmende war es sehr komplex“, räumt Schweigert ein. Manche Themen, wie etwa die Frage zum „assistierten Suizid“, mussten ausführlich erklärt werden. Diese Frage entstand im Rahmen eines Workshops der NRD, an dem die IWO teilnahm. Schweigert betont: „Da es die erste Umfrage dieser Art war, lernen wir aus den Erfahrungen. Die IWO Groß-Bieberau plant, solche Befragungen regelmäßig durchzuführen.“
Ergebnisse liegen vor – die Auswertung beginnt
Die IWO hat gemeinsam mit dem NRD-Team die Ergebnisse bereits erfasst. Diese werden in den kommenden IWO-Sitzungen, der nächsten Bewohner*innen-Versammlung, der Teilhabe-Konferenz sowie der Mitarbeitenden-Versammlung besprochen und aufbereitet. Erste Erkenntnisse zeigen:
Nun liegt es an Sandra Schweigert und ihrem Team, die aus der Befragung abgeleiteten Maßnahmen umzusetzen. „Wir haben nun einen klaren Auftrag, den es umzusetzen gilt“, sagt sie. Mit der Umfrage haben die Bewohner*innen der Wohneinheit Groß-Bieberau ihren Wunsch nach noch mehr Partizipation erfolgreich realisiert.
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