NRD erreicht wichtigen Meilenstein mit EMAS-Zertifizierung

24.09.2026

NRD erreicht wichtigen Meilenstein mit EMAS-Zertifizierung

Umweltmanagement fest verankert: Die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) veröffentlicht ihren ersten Umweltbericht.

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist erreicht: Die NRD ist erfolgreich nach dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert worden. Damit schafft sie eine verbindliche Grundlage für den systematischen Umgang mit Umwelt- und Klimaschutz und legt gleichzeitig ihre Umweltkennzahlen transparent offen. Mit der Zertifizierung wurde zudem der erste Umweltbericht der NRD veröffentlicht.

Umweltmanagement als Teil der Organisationsentwicklung

Ausgangspunkt für die Einführung eines Umweltmanagementsystems war die gesetzliche Verpflichtung für große Sozialunternehmen, relevante Umwelt- und Energiekennzahlen systematisch zu erfassen und öffentlich zugänglich zu machen. Mit der Entscheidung für EMAS ging die NRD jedoch bewusst einen Schritt weiter. „Uns war wichtig, das Thema ganzheitlich zu betrachten“, macht NRD-Vorstand Christian Fuhrmann deutlich. „EMAS ist zentraler Bestandteil unseres Organisationsentwicklungsprozesses und trägt dazu bei, die NRD zukunftsfähig aufzustellen.“

Rund ein Jahr dauerte die Vorbereitung auf die Zertifizierung. Unter der Leitung von Matthias Weckbach, dem Umwelt- und EMAS-Beauftragten der NRD, wurden bestehende Strukturen, Prozesse und Umweltkennzahlen gemeinsam mit einem externen Berater unter die Lupe genommen und ausgewertet. „Die Erfassung der umweltrelevanten Daten war eine Herausforderung“, berichtet Weckbach. „Was macht die NRD bereits? Wo gibt es Defizite? Und welche Kennzahlen und Prozesse brauchen wir künftig?“ Die Aufgabe war auch deshalb anspruchsvoll, weil die NRD sehr unterschiedliche Angebote und Standorte in ihren beiden großen Geschäftsbereichen Teilhabe sowie Kinder- und Jugendhilfe vereint.

Das EMAS-Logo in Verbindung mit der Registrierungsnummer der NRD ist das Kennzeichen für die Zertifizierung.

Viele Angebote – unterschiedliche Voraussetzungen

„Je nach Angebot gibt es ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen in Sachen Umwelt und Energie“, erläutert Matthias Weckbach. „Daher ging es zunächst darum, die NRD genauer zu verstehen und bei allen Beteiligten Bewusstsein und Akzeptanz zu schaffen. Ein Umweltmanagementsystem muss gelebt werden, um wirksam zu sein.“ Dabei konnte die NRD auf eine gute Ausgangslage aufbauen. Die soziale Ausrichtung der Einrichtung sorgte bereits für eine hohe Bereitschaft, sich mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und an Veränderungen mitzuwirken. „Die erfolgreiche EMAS-Zertifizierung liefert nun den Grundstein und die offizielle Verankerung des Bereichs Umwelt und Nachhaltigkeit in der NRD“, so Weckbach.

Auch NRD-Vorstand Dr. Thorsten Hinz betont die Bedeutung der Zertifizierung: „Es ist ein großer Schritt für die NRD. Mit EMAS legitimieren wir uns für einen fundierten und verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Ressourcen. Gleichzeitig verpflichten wir uns, das Thema Nachhaltigkeit kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

Titelseite des ersten Umweltberichts der NRD

Von der Datenerfassung zu konkreten Maßnahmen

Ziel ist es, künftig belastbare Informationen als Grundlage für konkrete Entscheidungen und Verbesserungen zu nutzen. So wurde für die Bereiche Strom, Wasser und Wärme beispielsweise ein neues Zähl- und Messkonzept entwickelt, das eine fundiertere Erfassung und Auswertung der Verbrauchsdaten ermöglicht. Auch die Nutzung von Solarenergie soll weiter ausgebaut werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz vor zunehmender Hitze: Ein internes Hitzeschutzkonzept befindet sich derzeit in der Abstimmung.

Nachhaltigkeit soll im Alltag ankommen

Der im Zuge der EMAS-Einführung entwickelte Ziel- und Maßnahmenplan definiert die zentralen umweltbezogenen Aktivitäten für die kommenden Jahre. Dazu gehört unter anderem die Vereinheitlichung des Abfallkonzepts. Aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen ist die Erfassung und Auswertung von Abfallmengen bislang nicht überall vergleichbar. Auch der Ausbau der E-Mobilität soll weiter vorangetrieben werden. „Unser Ziel ist es, das Thema Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren“, sagt Bianca Oberritter, Leiterin des Bereichs Immobilienmanagement. „Umwelt- und Klimaschutz darf nicht losgelöst von unserem Hauptauftrag betrachtet werden, sondern muss immer mitgedacht werden.“

Gemeinsam auf dem Weg

Die NRD versteht Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe. „Diesen Weg können wir nur gemeinsam gehen – zusammen mit unseren Mitarbeitenden, Klient*innen, Angehörigen und unseren Kooperationspartner*innen“, betont Christian Fuhrmann. Die EMAS-Auditierung wurde zunächst stellvertretend für die gesamte NRD an ausgewählten Standorten und in ausgewählten Bereichen durchgeführt. Die Zertifizierung gilt für drei Jahre. In der Zwischenzeit wird die NRD jährliche Schwerpunkt-Audits durchführen und damit sukzessive weitere Bereiche in die Zertifizierung einbeziehen.

Einen transparenten Einblick in die bisherigen Aktivitäten, Kennzahlen und Ziele gibt der erste Umweltbericht der NRD. Er ist zusammen mit den Umweltleitlinien auf der NRD-Homepage veröffentlicht.

Was ist EMAS?
EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme und ist ein freiwilliges europäisches Umweltmanagementsystem. Mit dessen Hilfe überprüfen Unternehmen und Organisationen systematisch ihre Umweltauswirkungen, setzen konkrete Verbesserungsziele und arbeiten kontinuierlich daran, ihre Umweltleistung zu optimieren.

Das Besondere: Die Umsetzung wird von unabhängigen Umweltgutachter*innen geprüft. Außerdem veröffentlichen EMAS-Organisationen regelmäßig eine Umwelterklärung und schaffen damit Transparenz über ihre Umweltleistung. EMAS geht somit über die Anforderungen der Umweltmanagementnorm ISO 14001 hinaus und gilt daher als das anspruchsvollste Umweltmanagementsystem. Nach der Validierung kann sich die Organisation in das nationale EMAS-Register der Industrie- und Handelskammern eintragen lassen: www.emas.de

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