13.04.2026
Der Landkreis Darmstadt-Dieburg rückt mit einem neuen Artenschutzprojekt einen heimischen Gartenbewohner in den Fokus: den Gartenschläfer. Gemeinsam mit dem Bürgermeister von Mühltal, Niels Starke, hat die NRD nun sechs Nistkästen rund um das Haus Arche aufgehängt.
Das Projekt wurde von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises in Auftrag gegeben und wird aus Naturschutzmitteln des Landes Hessen finanziert, die dem Landkreis zur Verfügung stehen. Die Umsetzung erfolgt durch den Landschaftspflegeverband Darmstadt-Dieburg e.V.
Der Gartenschläfer ist ein faustgroßer, nachtaktiver Kleinsäuger mit auffälliger schwarzer Gesichtsmaske und großen dunklen Augen. Als kleiner Verwandter des Siebenschläfers lebt er bevorzugt in Gärten, Hecken, Streuobstwiesen und an Waldrändern. Den Winter verbringt er in Baumhöhlen, Steinhaufen oder speziellen Nistkästen, sogenannten Bilchkästen, die ihm zugleich als Unterschlupf dienen. Trotz seiner Anpassungsfähigkeit gilt er in Deutschland als stark gefährdet. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre sind die Bestände europaweit um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Schätzungen zufolge leben 10 bis 30 Prozent der weltweiten Population in Deutschland – eine besondere Verantwortung für Hessen und den Landkreis Darmstadt-Dieburg, der vermutlich noch größere Vorkommen aufweist.
Da die NRD Flächen besitzt, die für den Gartenschläfer geeignet sind, wandte sich Anja Eirich, Projektmitarbeiterin des Landschaftspflegeverbandes, an Matthias Weckbach vom Energie- und Umweltmanagement (EUM) der NRD. „Frau Eirich erklärte uns, dass rund um das Haus Arche wahrscheinlich eine Population lebt, und fragte, ob wir mit Bilchkästen Unterschlupfmöglichkeiten bieten könnten. Dieser Bitte sind wir sehr gerne nachgekommen“, erklärte Weckbach. Unterstützung erhielt das Projekt auch von Mühltals Bürgermeister Niels Starke.
120 Unterschlüpfe insgesamt
„Wir wissen bislang noch zu wenig darüber, wo genau der Gartenschläfer im Landkreis vorkommt und wie stabil die einzelnen Bestände sind“, so Anja Eirich. „Mit den Bilchkästen schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir schaffen praktische Nistmöglichkeiten und gewinnen zugleich wichtige Erkenntnisse über seine Verbreitung. Jede belegte Kiste hilft, das Puzzle ein Stück weiter zusammenzusetzen.“
Das Projekt stieß sowohl bei der Gemeinde Mühltal als auch bei der NRD auf große Zustimmung. „Wir engagieren uns für den Gartenschläfer, weil Vielfalt die Grundlage unserer Zukunft ist“, sagte Weckbach. Gemeinsam wurden sechs von insgesamt 120 Bilchkästen rund um das Haus Arche aufgehängt. Die restlichen Nistplätze sollen in Erzhausen, Griesheim, Pfungstadt, Mühltal, Seeheim-Jugenheim und Alsbach-Hähnlein installiert werden.
Für Gärtner*innen bringt der Gartenschläfer übrigens einen praktischen Nutzen: Schnecken und Blattläuse stehen auf seinem Speiseplan weit oben.
Was Sie tun können:
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