Alleine in Urlaub? Geht doch!

29.06.2015 | Marlene Broeckers

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Marlene Broeckers

Texterin und Pressereferentin der NRD

Alleine in Urlaub? Geht doch!

Text Horst Enzmann und Michael Sponagel

Alleine in Urlaub fahren. Ist das zu schaffen? Diese Frage stellte sich Horst Enzmann, schon seit einiger Zeit. In diesem Jahr hat er in Michael Sponagel, einen Freund gefunden, der ebenfalls bereit war, es zu wagen.

Beide Männer werden seit vielen Jahren im betreuten Wohnen von der NRD begleitet und haben schon viele Urlaubsreisen mitgemacht. Aber ganz ohne Betreuer - das ist eine andere Nummer.

Und, wie die beiden nach acht Tagen auf der griechischen Insel Korfu feststellten, eine sehr erfolgreiche. Beide haben längere Zeit gespart, um ihren Urlaub zu finanzieren. Der beantragte Zuschuss beim Landeswohlfahrtsverband wurde abgelehnt, "obwohl man uns gesagt hatte, dass Urlaubsreisen ohne Begleitung bezuschusst werden", sagt Enzmann. Hier der Bericht der beiden Griechenland-Reisenden.

 

Horst Enzmann: Zum ersten Mal waren wir mit dem Betreuten Wohnen im Sommer 2010 auf Korfu. Das war für mich Liebe auf den ersten Blick. 2012 war ich wieder dabei, als es nach Korfu ging, wieder in das gleiche Hotel wie beim ersten Mal. Die Mitarbeiter dort haben uns wiedererkannt und uns liebevoll begrüßt. Wir haben uns sofort willkommen gefühlt.

Vom Gedanken zum Plan

Danach dachte ich, so einen Urlaub könnte man auch ohne Betreuer machen. Nach und nach wurde aus diesem Gedanken ein Plan. Michael Sponagel auf den Geschmack zu bringen, das war nicht schwer.

Michael Sponagel: Nachdem wir es oft genug durchgesprochen hatten, stand der Gang ins Reisebüro fest. Unser Bezugsbetreuer Willi Schacker begleitete und dorthin. Wir wurden genau informiert und buchten schließlich unsere Reise nach Korfu, vom 20.-27.9.2014 für uns beide. Wir konnten und wollten wieder in das gleiche Hotel. Nach viel Vorbereiten und großer Nervosität kam endlich der große Tag der Abreise.

Hort Enzmann: Wir bekamen seelische und moralische Begleitung von zwei Freundinnen sowie von Ester Emmanuel, einer Mitarbeiterin des Betreuten Wohnens, die uns morgens um 3 Uhr zum Frankfurter Flughafen brachten. Am Check-In-Schalter trennten sich dann unsere Wege und der Abschied stand bevor. Müde und glücklich saßen wir endlich im Flugzeug, das um 8.50 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf griechischem Boden landete.

Michael Sponagel: Ein Bus hat uns dann zum Three Star-Hotel gebracht, dort haben wir beinahe den Ausstieg verpasst, da Horst eingeschlafen war.

Im Hotel wurden wir von Mitarbeitern sehr herzlich begrüßt. Zuerst fragten sie uns, wo denn die anderen seien.  Als wir ihnen unsere Idee erklärten, fanden sie es toll, dass wir alleine losgezogen sind. Zuerst gab mir Hort einmal eine kleine Führung durch das Hotel, nachmittags gingen wir dann an den Strand.

 

Aufgeschlossene Menschen

Horst Enzmann: Dort haben wir auch die restlichen Tage weitestgehend verbracht, unterbrochen von Ausflügen in die nahe gelegene Stadt Korfu. Abends haben wir   zu griechischer Musik das Tanzbein geschwungen und die Nächte zum Tag gemacht. In unseren Urlaub fiel auch Michaels Geburtstag. Wir haben Leute kennen gelernt, die mit uns feierten. Grundsätzlich hatten wir nie das Gefühl, das unsere Behinderung ein Problem ist. Die Menschen waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen.

Auch das Wetter war abgesehen von einer Regenunterbrechung sehr schön. Der Rückflug reibungslos. Die Fahrt vom Flughafen nach Hause machten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Michael Sponagel: Wir möchten sobald es geht, wieder alleine eine Reise nach Korfu machen. Wir sparen schon dafür. Beim nächsten mal buchen wir zwei Einzelzimmern, da es „Schnarchprobleme“ gab. Davon abgesehen haben wir uns super verstanden!

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