Brot und Salz - Gott erhalt's

15.05.2019 | Andreas Nink

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Andreas Nink

Leiter der Abteilung Kommunikation und Fundraising der NRD

Brot und Salz - Gott erhalt's

„Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“. Mit diesen Worten überreichen Kerstin Frezza und Renate und Udo Hemme-Unger dem neuen Team der NRD in Babenhausen einen Brotlaib und eine Schale Salz. Nach einer alten, in vielen Ländern bekannten Tradition wünscht man damit beim Einzug Glück und Wohlstand. Die drei Nachbarn wohnen im Haus nebenan, das zum „AltstadtQuartier“ in der Fahrstraße gehört. Errichtet hat das Ganze die Firmengruppe May, von der die NRD das Wohnhaus für 17 Personen schlüsselfertig übernommen hat.

Der Einladung zum Tag der offenen Tür sind viele Menschen gekommen. Da die Bewohner erst in den nächsten Wochen einziehen werden, konnten die Wohnungen in allen vier Stockwerken besichtigt werden. „Hier würde ich sofort einziehen“, diese Aussage hört man immer wieder. Die neuen Bewohner vernehmen es mit Stolz und Freude. Denn auch dieses Regionalisierungsprojekt der NRD ist ein weiterer Schritt der Abkehr vom Leben im Heim, das für Menschen mit Behinderung in der Vergangenheit alternativlos war.

„Mit den Wohnangeboten in der Fläche erfüllt die NRD die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention“, sagt NRD-Vorstand Christian Fuhrmann in seiner Begrüßung. Babenhausen ist das erste Angebot der NRD im Osten des Landkreises. Es wurde möglich dank der Unterstützung der politisch Verantwortlichen vor Ort, für die stellvertretend der Erste Stadtrat von Babenhausen, Reinhard Rupprecht, anwesend ist.

Die NRD entwickelt seit 2005 kleinteilige Wohnangebote in der Region. Seit der Übernahme der Angebote der früheren Behindertenhilfe Dieburg vor fünf Jahren ist die NRD auch im Ostkreis Darmstadt-Dieburg aktiv. Die vorhandene Wohneinrichtung in Dieburg selbst wird gerade mit einem Neubau modernisiert. Bereits 2017 eröffnete die NRD ein Haus für 16 Personen in Groß-Zimmern, das ebenso wie der jetzt eröffnete Standort organisatorisch dem NRD-Wohnverbund Dieburg zugeordnet ist.

Stadtrat Rupprecht überreichte NRD-Teamleiterin Corinna Huppert eine Darstellung des alten Babenhausen, das die Stadtmauer und die frühere Bebauung an der Stelle des neuen Hauses zeigt. NRD-Regionalleiter Christoph Mohn führt aus, wie ein Projekt wie Babenhausen entsteht. „Hier wird nicht einfach nur gebaut“, sagt er. Baufachleute mit Pädagogen aus der Betreuung arbeiten zusammen und entwickeln das Projekt gemeinsam. Auch Klienten und Angehörige werden frühzeitig einbezogen. „In unseren Projekten sieht man das“, sagt Mohn.

„Am 20. Mai ziehen die ersten Bewohner ein“, sagt Wohnverbundsleiterin Bettina Grünewald. „Dann zeigt sich, ob unsere Planungen richtig waren.“ Seit zwei Jahren ist sie mit dem Projekt befasst. Schwierig war die Suche nach Mitarbeitenden für den neuen Standort. Glücklicherweise konnten viele neue Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden. „Zwei Stellen sind aber noch zu besetzen“, sagt Grünewald.

Der große Raum, in dem heute den Gästen Kaffee und Kuchen gereicht wird, ist der künftige Treff für die Senioren des Hauses. Die Fenster und eine Tür gehen zur Straße hin, so dass die Menschen am Leben in der Kleinstadt teilhaben können. „Der Gemeinschaftsraum öffnet sich zum Gemeinwesen hin. Er ist auch ein Angebot an ‚draußen‘ zur inklusiven Nutzung“, lädt Christoph Mohn die Gäste ein.


Das Bild zeigt die Kolleginnen und Kollegen des Babenhäuser Teams - von links nach rechts Maximilian Fischer, Corina Huppert, Julian Ayala-Vega, Sarah Reining-Massoth - und die Nachbarinnen Kerstin Frezza und Renate  Hemme-Unger.


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  • Inklusion...

    ... heißt für mich, dass alle teilhaben. Es muss nicht immer alles perfekt sein, damit behinderte Menschen teilhaben können. Statt einer Super-Rampe tut es auch ein Stück Sperrholz. Und wenn das auch fehlt, kann man mich auch gerne mal über die Schulter werfen und irgendwo hinein tragen.

    Inklusion...
    Tobias Koch
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