Clowns sind in der NRD unterwegs

16.03.2017 | Marlene Broeckers

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Marlene Broeckers

Texterin und Pressereferentin der NRD

Clowns sind in der NRD unterwegs

Clowns sind unterwegs – und sie verraten nichts. Der Prozess der Leitbildentwicklung in der NRD geht in die nächste Phase. Die bestürzenden Einblicke in drei Einrichtungen der Behindertenhilfe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollten uns befeuern, intensiv am neuen Leitbild der NRD mitzuarbeiten. Nicht das Ergebnis das am Ende herauskommt, ist dabei das Entscheidende, sondern der inklusive Prozess, in dem das Leitbild entsteht. Clowns helfen uns dabei.

Alle in der NRD, Menschen mit und ohne Behinderung sind eingeladen, mitzumachen. Wir wollen gemeinsam erforschen, wie die NRD heute ist und wollen Worte und Bilder dafür finden, wie die NRD sein soll: Unabhängig vom jeweiligen Standort und den unterschiedlichen stationären und ambulanten Angeboten – was NRD heißt, soll ein guter Ort sein für Menschen, die Unterstützung brauchen, und ein guter Ort für Menschen, die hier arbeiten.

Wie sind wir jetzt? Wie geht es uns? Leben wir gern in der NRD, bekommen wir die Unterstützung, die wir brauchen? Arbeiten wir gut und gerne hier? Das sind die Fragen, die wir uns stellen und die wir beantworten müssen, um herauszufinden, wie unsere Reise weitergeht.

Für die Erforschung unseres Ist-Zustands haben wir uns Unterstützung von außen geholt. Clowns begleiten uns im ersten, wichtigen Abschnitt unserer NRD-Erforschung. Ihr Auftrag ist, uns mit „fremdem“, interessierten Blick in Augenschein zu nehmen und uns anschließend widerzuspiegeln, was sie gesehen haben.

Besondere Wissenschaftler

Warum Clowns? Warum nicht Soziologen oder Pädagogen, die Interviews machen und Workshops veranstalten, um Daten über die NRD zu erheben? Das Leitbild-Projektteam hat sich gefreut, dass der Vorstand dem Vorschlag zugestimmt hat, Clowns zu engagieren. Denn das sind Wissenschaftler und Forscher, wie wir sie brauchen: Freundliche, aufmerksame Kameraden, die ohne Hintergedanken zuschauen und zuhören und die uns dann in einem Theaterstück anschaulich machen, was sie gesehen und gehört haben. Das soll uns NRD’ler beflügeln. Es soll unsere Gedanken und Gefühle bewegen zum Einsatz für die zukünftige NRD, die wir haben und sein wollen.

Seit Oktober 2016 sind die Clowns unter Leitung von Ann Dargies in der NRD unterwegs. In einem Workshop mit Mitarbeitern aus allen Bereichen der NRD und ihren Tochtergesellschaften wurden die Standorte bestimmt, die die Clowns erkunden sollen. Die Clowns haben eine intensive Schulung gemacht: Sie wurden ausführlich über die NRD insgesamt und über die Erkundungs-Standorte informiert. Sie haben sich im Gespräch mit der Kollegin Annemarie Bolender schlau gemacht zu Fragen der Kommunikation mit Menschen mit Behinderung. Sie haben in einer „Expertenrunde“ mit Mitarbeitern und Beschäftigten aus verschiedenen Bereichen über Hoffnungen und Befürchtungen zur Clowns-Recherche kreativ gearbeitet. Und sie haben inzwischen fast alle der elf Standorte besucht.

Was sie in den Vorgesprächen, in der „Expertenrunde“ und bei ihrer Erkundung erfahren haben, darüber verraten die Clowns bis heute kein Wort. Sie erkunden Bereiche der NRD unter dem Siegel der Verschwiegenheit bis zum 24. März. Dann werden alle Erkenntnisse und Erfahrungen der Autorin Michaela Bochus offenbart, die im Auftrag von Ann Dargies das Stück schreiben wird, das am 2. Mai in der Lazaruskirche zu sehen sein wird.

Nur elf Angebote der NRD werden von den Clowns erkundet, nur 150 Zuschauer werden die Aufführung in der Lazaruskirche live miterleben können. Doch wir alle werden etwas davon haben: Die Aufführung wird mitgefilmt und allen zugänglich werden.

Gnadenlos liebevoll

Mit dem Leitbild-Projekt macht die NRD mal wieder Pionierarbeit. Wir sind vermutlich die erste Behinderteneinrichtung in Deutschland, die einen inklusiven Leitbild-Prozess mit Clowns als Forschungs-Begleitern durchführt. Wir haben einen Vorstand, der sich darauf eingelassen hat, Clowns loszuschicken. Die guten Kameraden werden uns als Schauspieler im Mai zeigen, wie wir sind. „gnadenlos liebevoll“, wie Ann Dargies verspricht. Dass wir das zusammen wagen, ehrt uns.

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