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„Es ist ein schöner Job“ – Pia Simon organisiert hauswirtschaftliche Hilfen bei der Diakoniestation

26.03.2021 | Marlene Broeckers

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Marlene Broeckers

Texterin und Pressereferentin der NRD

„Es ist ein schöner Job“ – Pia Simon organisiert hauswirtschaftliche Hilfen bei der Diakoniestation

„Ich liebe meine Arbeit“ sagt Pia Simon. Das glaubt man der 40-Jährigen mit dem magentafarbenen Pferdeschwanz, wenn man ihr ein Stündchen zuhört. Pia Simon gehört seit zwei Jahren zur Diakoniestation der NRD-Altenhilfe in Mühltal. Sie koordiniert die Einsätze für hauswirtschaftliche Unterstützung und Betreuung, die getrennt vom Pflegedienst bearbeitet werden. 

Von den rund 140 Kund*innen, die die Dienste der Diakoniestation in Anspruch nehmen, geht es bei 50 Personen nicht um Behandlungspflege, sondern eben um Unterstützung im Haushalt. Die Nachfrage ist groß und die Warteliste lang. „Unser fünfköpfiges Team könnte Verstärkung gebrauchen“, so Pia Simon, „es gibt Arbeit für zehn bis 15 weitere Kräfte. So manche Interessierte schrecken davor zurück, weil sie meinen, dass es nur ums Putzen geht.“

Viele sind jetzt sehr einsam

Hauwirtschaftliche Unterstützung und Betreuung – dafür gibt es von der Pflegekasse schon für Menschen ab Pflegegrad 1 finanzielle Mittel. Nämlich 125 Euro pro Monat, wenn man einen anerkannten ambulanten Dienst in Anspruch nimmt. Umgerechnet in Zeit bedeutet dies eine Stunde Beistand in der Woche. Mit steigendem Pflegegrad steigt der Anspruch beträchtlich. „Meine Erfahrung ist, die Kunden freuen sich auf diese Zeit“, sagt Pia Simon, „gerade jetzt in der Pandemie sind viele doch sehr einsam.“ Die ausgebildete Pflegeassistentin, die zunächst Buchhaltung gelernt hat („Das war nicht mein Ding!“) sitzt nicht nur am Schreibtisch und organisiert Einsätze. Sie ist zu einem Großteil ihrer Arbeitszeit auch vor Ort bei Kunden. Gerne in Ober-Ramstadt, denn dort ist die alleinerziehende Mutter mit drei Teenagern zuhause, kennt viele Menschen und genießt Vertrauen.

„Vertrauen aufzubauen, das ist im Kontakt mit Senior*innen das Wichtigste“, sagt Pia Simon. „Vor allem die Älteren sind zunächst sehr skeptisch, fremde Menschen in ihre Wohnung zu lassen. Oft glauben sie auch, ihren Haushalt noch ganz gut im Griff zu haben. Es ist nicht leicht, sich selbst einzugestehen, dass die Kraft einfach fehlt – gerade im Rückblick auf ein Leben, in dem man viel geleistet hat. Nach einigen Treffen aber wächst Vertrauen und wir dürfen dann mehr als die Küche saubermachen. Unterm Strich zeigt sich schnell das eigentliche Bedürfnis: Kontakt und Gesellschaft; es ist jemand da, der zuhört. Bei manchen werden wir bald auch ein Teil der Familie.“

„Leider vermitteln die Pflegekassen oftmals ein verzerrtes Bild, wenn sie mit Senior*innen sprechen“, hat Marion Guthier, die Leiterin der NRD-Diakoniestation festgestellt. „Sie sprechen nur vom Putzen, obwohl es auch um Betreuung geht. Wir können für die Menschen oder mit ihnen zusammen einkaufen gehen, einen Spaziergang machen, etwas spielen. Was gewünscht wird, das zeigt sich oft erst, wenn sich die Beteiligten besser kennengelernt haben.“

Ebenso wie Pia Simon haben auch die anderen vier Teammitglieder, die hauswirtschaftliche Unterstützung bieten, selbst Kinder. Sie wissen, was es heißt, das Familienleben zu managen und gleichzeitig berufstätig zu sein. Mit ein Grund dafür, dass sie sich gut verstehen und füreinander einspringen, wenn es zuhause mal ein Problem gibt.

„Anfragende vertrösten zu müssen, tut mir immer sehr leid“, sagt Pia Simon, „ich habe Leute auf meiner Liste, die schon seit Oktober warten. Es ist ein schöner Job, den wir machen. Fachliche Voraussetzungen gibt es nicht. Spaß an der Arbeit und Freude am Umgang mit Menschen. Darauf kommt es an.“

Kontakt zur Diakoniestation der NRD Altenhilfe: 06151/ 149 5050

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