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Frauen für Frauen

30.12.2022 | Joachim Albus

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Joachim Albus

Joachim Albus arbeitet als Pressereferent und Texter für die NRD.

Frauen für Frauen

Seit 2017 gibt es in jeder Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) eine Frauenbeauftragte aus den Reihen der Beschäftigten. Damals trat die novellierte Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO) im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) in Kraft. Das seitdem verpflichtende Amt der Frauenbeauftragten soll in der Rheinhessen-Werkstatt (RHW) in Wörrstadt jetzt eine noch wichtigere Rolle spielen.

Seit 2018 heißt die Frauenbeauftragte der RHW Marina Wagner. „Das Amt macht mir so Spaß! Ich möchte den Frauen helfen und sie bei Problemen unterstützen“, erklärt sie ihre Devise. Gerade erst wurde sie von den Werkstatt-Beschäftigten wiedergewählt. „Unser Ziel ist es, das Thema Frauenbeauftragte zu forcieren – real und im Bewusstsein aller“, erklärt Annette Schultheiß, Vertrauensperson von Marina Wagner.

Wichtige Rolle im Gewaltschutz-Konzept


Besonders beim Gewaltschutz-Konzept müssen die Frauenbeauftragten beteiligt werden, fordert Schultheiß: „Immer wieder kommt es zu unterschiedlicher Art von Gewalt an den Arbeitsplätzen. Nicht nur wir denken, dass es ein solches Amt unbedingt braucht – sogar die Politik fordert das eindeutig.“ Gleichberechtigung am Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen sind weitere Themen. Im Falle eines Falles sollte eine Frauenbeauftragte über Missstände berichten. Als Bindeglied zwischen Werkstattrat und den weiblichen Beschäftigten einer Werkstatt kümmert sie sich um zahlreiche weitere Themen, die die Beschäftigten umtreibt.

Der Arbeitgeber ist durch die WMVO verpflichtet, die Frauenbeauftragte für die Dauer ihrer Einsätze von der Beschäftigung freizustellen. Schätzungen zufolge können im Schnitt pro Woche schon mal sechs Stunden anfallen, was 24 Stunden pro Monat bedeuteten. Und wenn die Amtsträgerin dann noch in einem Zweier-Team arbeitet und ihre Kollegin oder Kollegen für die Dauer einer Tagungen oder Schulungen allein lassen muss, sind Konflikte vorprogrammiert. Alles zweitrangig, wenn es um die Rechte von Frauen am Arbeitsplatz geht. Deswegen plant die RHW auch, zeitnah in das Bundesnetzwerk für Frauenbeauftragte in Einrichtungen „Starke. Frauen. Machen.“ einzutreten – Frauenbeauftragte und ihre Stellvertreterinnen aus Werkstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung gründeten den Verein am 4. September 2019 in Berlin.

Aufbau eines rheinland-pfälzischen Netzwerkes


„Wir wollen den Frauenbeauftragten eine größere Plattform geben und damit einen Fuß in die politische Tür bekommen“, begründet Annette Schultheiß den geplanten Beitritt. „Wenn wir uns erst einmal entsprechend vernetzt haben, werden sie genauso zu wichtigen Terminen, Seminaren und Fortbildungen eingeladen wie der Werkstattrat.“ Doch zunächst steht eine Vernetzung in Heimatland Rheinland-Pfalz an. Denn dass Rheinland-Pfalz eher zu den schwächeren Bundesländern gehört, was das Standing einer Frauenbeauftragten angeht, hat zuletzt das dreitägige Seminar „Mutmacherinnen, Wegbereiterinnen, Vernetzerinnen: Frauenbeauftragte stärken sich gegenseitig“ gezeigt. Hier kamen insgesamt 170 Frauenbeauftragte aus ganz Deutschland zusammen – 100 am Tagungsort Bad Hersfeld, 70 weitere waren online zugeschaltet. Nur fünfzehn Frauen waren aus Rheinland-Pfalz, zwei davon aus der RHW in Wörrstadt: Marina Wagner und ihre Unterstützerin Annette Schultheiß.

Bundesländer wie etwa Niedersachsen gehen sogar bald schon den nächsten Schritt und stehen kurz vor der Gründung einer Landesarbeitsgemeinschaft. Auch Hessens Frauenbeauftragte treffen sich regelmäßig, leider ohne die NRD. Warum? Derzeit fehlen dort noch die Vertrauenspersonen der Frauenbeauftragten, diese Position übernimmt derzeit ein Unterstützer des Werkstattrats.

Das Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZSL) aus Mainz will im Oktober in die RHW kommen, um zu beraten. Unabhängig davon wollen sich demnächst die Frauenbeauftragte aus Mühltal, Nadja Mahovsky, aus Dieburg, Luzia Ehrenberg, und Wörrstadt, Marina Wagner, treffen. Bis dahin, so hoffen die Frauen aus Hessen, haben sie dann auch Unterstützerinnen an ihrer Seite. Übrigens: Das Amt einer Frauenbeauftragten hat einen weiteren Aspekt, wie Annette Schultheiß berichtet: „Seitdem Marina Frauenbeauftragte ist, ist sie viel selbstbewusster geworden. Man glaubt manchmal nicht, was so ein Amt bewirken kann.“

Foto: Marina Wagner (re.) ist seit 2018 Frauenbeauftragte der Rheinhessen-Werkstatt. Gemeinsam mit ihrer Unterstützerin Annette Schultheiß (li.) besucht sie Schulungen und Seminare.

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