Gehirn-Operation gegen „Wildheit“

10.12.2018 | Marlene Broeckers

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Marlene Broeckers

Texterin und Pressereferentin der NRD

Gehirn-Operation gegen „Wildheit“

In der Vorweihnachtszeit 2018 hat Ursula Hildebrand die NRD besucht, denn in den früheren „Nieder-Ramstädter Heimen“ war sie vor 50 Jahren eine Zeitlang untergebracht. Weil sie oft wild, trotzig und wütend war, trat sie von Nieder-Ramstadt aus mit 15 Jahren zu einer Gehirn-Operation an. Stereotaxie heißt der Eingriff, von dem man sich seinerzeit erhoffte, Verhaltensstörungen beseitigen zu können.

Heiligabend ist der Geburtstag von Ursula Hildebrand. Am 24. Dezember 1953 kam sie in Marburg zur Welt und gleich darauf ins Kinderheim, weil ihre Mutter „anstaltsbedürftig“ war. Den Vater hatte es nur als Erzeuger gegeben. Die Hälfte ihres bisherigen Lebens hat Ursula in Einrichtungen verbracht. Kurze Zeit auch in den früheren Nieder-Ramstädter Heimen. Hier wurde ihre erste Gehirn-Operation veranlasst, um ihr die Wildheit auszutreiben. 

Das Verhalten des jungen Mädchens besserte sich danach nicht. Zwei Monate nach dem Eingriff machte Ursula in Nieder-Ramstadt einen Suizidversuch. Daraufhin verfügte das Amtsgericht Darmstadt ihre Verlegung in eine geschlossene Anstalt. Sie kam nach Goddelau und wurde von dort aus ein zweites Mal am Gehirn operiert. Seitdem ist sie linksseitig gehbehindert und leidet unter Gleichgewichtsstörungen. „Jetzt bin ich 64 Jahre alt“, sagt sie beim Rundgang übers Zentralgelände in Mühltal, „und seit 32 Jahren ein freier Mensch“.

Die Journalistin Sonja Töpfer (links) unterstützt Ursula Hildebrand bei der Aufarbeitung ihrer Biografie.
Die Journalistin Sonja Töpfer (links) unterstützt Ursula Hildebrand bei der Aufarbeitung ihrer Biografie.

„Ich erzähle, wie es war“

Die Vergangenheit ist nicht vergangen. Das Schicksal von Ursula Hildebrand ist ein Beispiel dafür. Es ist gut, das eigene Leben rückblickend anzuschauen, um Verletzungen zu verarbeiten. Auch dafür ist Ursula Hildebrand ein leuchtendes Vorbild. „Ich erzähle es so, wie es war“, sagt sie. „Was ich am besten finde, ist, dass ihr mir glaubt. Ich hätte nie gedacht, dass mein Leben noch mal irgendjemanden interessiert.“

Im November 2018 hat Ursula Hildebrand sich aufgemacht, um nach Nieder-Ramstadt zu kommen. Von ihrem Wohnort in Biebertal bei Gießen ist sie mit dem Zug bis nach Wiesbaden gefahren, mit zwei kleinen Taschen und ihrem Zwergpudel Sammy. In Wiesbaden stieg Sonja Töpfer zu. Die 57 Jahre alte Journalistin und Video-Künstlerin hat Ursula Hildebrand 2014 auf der Suche nach ehemaligen Heimkindern kennengelernt und in der 1. Folge ihrer Video-Serie KOPF HERZ TISCH zu „Kindheit ohne Eltern“ befragt. Rund um das Film-Projekt erzählte Ursula Hildebrand von ihren Gehirn-Operationen.

Sonja Töpfer unterstützt Ursula Hildebrand dabei, ihre Lebensgeschichte aufzuarbeiten. Und dies bedeutet unter anderem, die Akten aus 32 Lebensjahren, die sich in verschiedenen Heimen und psychiatrischen Einrichtungen befinden, an Land zu ziehen. So auch die Krankenakte aus den früheren Nieder-Ramstädter Heimen, wo Ursula Hildebrand von Januar 1968 bis Mai 1969 gelebt hat. Die umfangreiche Akte, die der Bevollmächtigen Sonja Töpfer im vergangenen Oktober zugänglich gemacht wurde, ist wichtig. Sie belegt, dass Ursula Hildebrands Erinnerungen richtig sind. Das ist existentiell bedeutend für die Frau, die über die ersten drei Jahrzehnte ihres Lebens hinweg immer wieder die Erfahrung machen musste, „dass niemand mir was glaubt.“

Wir gehen langsam übers NRD-Gelände an diesem schönen Herbsttag im November. Oft bleibt Ursula Hildebrand stehen: „Ich kann nicht so schnell“. Ihren Hund lässt sie von der Leine. Wenn ein Auto naht, nimmt sie Sammy auf den Arm.

Ursula Hildebrand erkundigt sich bei der langjährigen Mitarbeiterin Marianne Lehrian (rechts) nach ihrer früheren Mitbewohnerin Elisabeth Mersheimer.
Ursula Hildebrand erkundigt sich bei der langjährigen Mitarbeiterin Marianne Lehrian (rechts) nach ihrer früheren Mitbewohnerin Elisabeth Mersheimer.

In der Lazaruskirche findet eine Fachtagung statt und gerade ist Mittagspause. Wir nutzen die Chance, in die Kirche hineinzugehen. „Ja, da auf der Bühne haben wir mit der Schulklasse gespielt. Irgendwas mit Besen, Besen, sei’s gewesen“, erinnert sich Ursula Hildebrand. Sie umarmt Sonja Töpfer und drückt sich an sie: „Entschuldige, ich bin so aufgeregt“, sagt sie schluchzend. „Ich will so gern wissen, ob die Elisabeth Mersheimer noch hier ist. Ich will ihr Danke sagen. Sie war der einzig gute Mensch, den ich hier hatte.“

Mit Elisabeth Mersheimer, die damals 30 Jahre alt war, hat Ursula Hildebrand sich ein Zimmer im Fliednerhaus geteilt. Obwohl sie erst 14 war, brachte man sie nicht im Kinderhaus Eben-Ezer unter, sondern im Frauenhaus am heutigen Fliednerplatz, „weil sich Ursula mit älteren Frauen besser versteht“ *, so heißt es in der Akte.

Geliebter Pflegevater

Dass Ursula ältere Menschen lieber mochte, mag mit den Pflegeeltern in Marburg zu tun haben, die Ursula nach fünf Jahren Kinderheim 1958 bei sich aufnahmen. „Sie kamen aus der DDR und suchten mich im Kinderheim aus. Die drei eigenen Kinder waren damals schon groß und haben woanders gewohnt.“ Ihren Pflegevater liebte Ursula vom ersten Augenblick an. Und umgekehrt. „Er hat mich nie Ursula genannt, sondern ‚mein Prinzesschen‘. Wir haben jeden Abend gespielt, meistens Mühle.“

Auch wenn sie „immer schon ein wildes Kind war“, liebte der Papa sie innig, und es war ein Schock für Ursula, als er 1959 von der Scheune stürzte und zwei Jahre später vor ihren Augen starb. „Da habe ich viel getobt und war auch wütend auf die Muddel, meine Pflegemutter“, berichtet Ursula Hildebrand, „als hätte ich gedacht, die Muddel wäre dran schuld.“ Der Rektor der Sonderschule, in der Ursula lesen, schreiben und rechnen gelernt hatte, veranlasste 1966 die Verlegung des Kindes in die Psychiatrie Marburg. Dort stellte Dr. Hermann Stutte, der bei Nazi-Professoren studiert hatte, die Diagnose: „Psychopathin mit angeborener Geistesschwäche und hoher Erregbarkeit.“

Weil sie in der Psychiatrie nicht beschult werden konnte, wurde nach einem Heim mit Schule gesucht. So kam Ursula Hildebrand nach Nieder-Ramstadt. Der Schulunterricht für 52 Kinder und Jugendliche fand damals noch im alten Schulbau mit 2 ½ Unterrichtsräumen statt. Im Sommer 1968 wurde der Grundstein für die heutige Wichernschule gelegt.

Lehrer Beck, an den Ursula sich erinnert, vermerkt in der Krankenakte: Minderwertigkeitskomplexe und Liebesbedürfnis. U. ist sehr leicht verletzlich und kann aus geringen Anlässen sehr heftig erregt werden. (…) Sie macht immer wieder einen gehetzten Eindruck, gibt sich burschikos (Hosen, Gang usw.).“ Festgehalten wird auch, dass Ursula im Fliednerhaus „Hausmutter und Schwestern ärgert, bringt alles mögliche durcheinander, und zwar mit Absicht, z.T. in raffinierter Weise.“

Im Februar 1969 wird sie beschrieben als „Teils anhänglich-freundlich, liebebedürftig, teils triebhaft unruhig – triebhaft, affektiv enthemmt. Medikamente bringen nur vorübergehende Besserung. Von einer stereotaktischen Operation versprechen wir uns einige Besserung.“

Mit ihrer Pflegemutter war Ursula von Nieder-Ramstadt aus schon im Sommer 1968 zur ambulanten Untersuchung im Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt, gewesen. Da sie „durch ihren Drang, ihre Umgebung bis zur Weißglut zu ärgern, die Grenze zur Tragbarkeit in einem offenen Heim“  überschreite, fragte Dr. Heinrich Geißler, Anstaltsarzt in Nieder-Ramstadt, in Frankfurt nach dem Ergebnis der Untersuchung und insbesondere nach den erwogenen Maßnahmen.

In seinem langen Antwort-Schreiben kam der Neuroanatom Dr. Rolf Hassler zu dem Schluss, Ursulas Erregungszustände könnten „durch eine gezielte Ausschaltung im vorderen Zwischenhirn, allerdings in je einer Operation für die linke und rechte Hemisphäre, verringert werden. Solche Operationen führen wir in Zusammenarbeit mit der Neurochirurgischen und Neurologischen Universitätsklinik in Homburg/ Saar durch.“

Ende Februar 1969 ist es soweit. Ursula wird zur Operation nach Homburg/ Saar gebracht. Sie beschreibt den Eingriff so genau, dass man zuzusehen meint. Am Vortag wird zunächst eine Pneumoenzephalografie gemacht, eine Röntgen-Aufnahme des Gehirns. Im unteren Rücken wird ein Zugang zum Rückenmark gelegt – Ursula spürte einen äußerst schmerzhaften Einstich – um Rückenmarks- und Gehirnflüssigkeit abzusaugen und im gleichen Umfang Luft zuzuführen. Dadurch zeichnen sich die Hirnwindungen deutlich ab und es kann geröntgt werden. „Am Ende bin ich zusammengeklappt.“

Am nächsten Tag folgt die Operation mit lokaler Betäubung durch mehrere Spritzen. Der Kopf der Patientin wird in einem Ring gelagert, der am Schädel verschraubt wird. Durch ein Bohrloch in der Schädeldecke wird ein Hohlrohr eingeführt, in dem eine Elektrode läuft. Das Rohr führt zu der angezielten Hirnregion. Mittels einer Thermosonde wird der Zielpunkt in der vorgesehenen Hirnregion verbrannt. Die Patientin muss dabei wach bleiben, „damit ich zählen konnte, von hundert abwärts“. Der erste Eingriff dauert mehrere Stunden. „In meinem Kopf hat es nur noch gerauscht.“

„Ich wollte nicht gerettet werden“

Vier Wochen blieb sie nach der Operation in der Klinik, bevor sie nach Nieder-Ramstadt entlassen wurde. „Da kam ich aber nicht mehr in mein Zimmer zu Elisabeth Mersheimer, sondern in eine Zelle im Keller. Warum, weiß ich nicht“. In diesem Keller machte sie kurz darauf Feuer. „Ich hatte Streichhölzer. Ich habe mir Zeitungen gesucht, hab sie auf das Bett gelegt und angesteckt. Ich wollte nicht verbrennen, sondern ersticken. Ich stand am Fenster und habe dem Qualm zugesehen. Dann war ich weg. Später war ich auf der Krankenstation, ich hatte eine Sauerstoff-Maske und die Polizei war da. Ich habe gehört, dass Elisabeth Mersheimer mich gesucht und im Keller den Rauch gesehen hat. Dann hat sie die Rettung gerufen. Dabei wollte ich gar nicht gerettet werden.“

Nach dem „Versuch der Selbstverbrennung“  war Ursula Hildebrand in den Nieder-Ramstädter Heimen „nicht mehr haltbar“. Sie wurde unbekleidet in ein anderes Keller-Zimmer verlegt, wie sie berichtet, und am ganzen Körper untersucht. „Ob ich in irgendeiner Öffnung noch was habe, womit ich Blödsinn machen kann. Und dann hieß es: Du kommst weg.“

Sie kam weg nach Goddelau und wurde von dort bald zur zweiten Stereotaxie gebracht. „Ich wollte keine zweite OP, und meine Muddel hat auch gesagt, das machen wir nicht mehr. Aber dann wurde das doch gemacht. Und ich habe erst später kapiert, dass meine Pflegemutter nichts mehr zu sagen hatte. Ich hatte eine gesetzliche Betreuung und das Amtsgericht hat zugestimmt. Davon wusste ich nichts.“

Nach der Operation fühlte sie ihren linken Arm und das linke Bein nicht mehr. „Und von den vielen Tabletten, die ich bekam, wurde meine Zunge ganz steif. Ich konnte kaum sprechen und habe gesabbert. Meine Pflegemutter hat geweint, als sie mich so gesehen hat.“ In der Klinik lernte sie wieder laufen, doch das Bein blieb geschädigt und im linken Arm hat sie bis heute wenig Kraft.

Vergewaltigung: Selbst schuld!

Von Goddelau aus kam Ursula Hildebrand zwei Jahre später in ein offenes Wohnheim nach Frankfurt und arbeitete in einer Lebenshilfe-Werkstatt. In Frankfurt wurde sie an Fastnacht 1973 von drei Männern vergewaltigt, mit denen sie vorher in einer Kneipe gefeiert und getrunken hatte. Weil sie überzeugt war, selbst schuld zu sein, sprach sie mit niemandem, „nicht mit der lieben Heimleiterin und auch nicht mit der guten Ärztin, die geholt wurde. Das tut mir heute noch leid. Weil ich mit niemandem gesprochen habe, fing ich wieder an zu toben und kam nach Köppern.“

Wieder landete Ursula Hildebrand in der Psychiatrie. Dort half ihr niemand, als sie berichtete, dass sie befürchte, schwanger zu sein. „Ich habe der Ärztin erzählt, was passiert ist. Sie sagte, dass ich Müll erzähle. Und wenn es stimmen würde, wäre ich selbst dran schuld.“ Weil sie Tag für Tag drängte, zu einem Frauenarzt gehen zu dürfen, fuhr man sie schließlich in die Frauenklinik Bad Homburg. Das Ergebnis der Untersuchung war: Nicht schwanger. Drei Tage später hatte Ursula Hildebrand eine Fehlgeburt. „Ende dritter Monat.“ Mehr wurde mit ihr nicht gesprochen.

Von Köppern aus wurde Ursula Hildebrand in die Psychiatrie nach Herborn verlegt. „Warum, weiß ich nicht“. Dort verbrachte sie zwölf Jahre, bevor der Neurologe und Psychiatrie-Kritiker Alexander Simonow, der 1985 dort die Arbeit aufnahm, sie 1986 entließ. Er hatte sich vorgenommen, alle seine Patienten ungeachtet ihrer Krankenakte neu zu untersuchen. Für Ursula Hildebrand bedeutete das: Endlich Freiheit!

Auch seitdem hat sie noch zeitweise in Wohnheimen gelebt, aber auf eigenen Entschluss. Heute wohnt sie in einer schönen Wohnung in Biebertal und regelt ihr Leben ohne gesetzliche Betreuung, unterstützt vom Verein für seelische Gesundheit in Gießen.

10.000 Euro Entschädigung hat Ursula Hildebrand aus dem „Fond Heimerziehung“ erhalten. „Ich habe das Geld nicht bekommen, sondern mir Sachen dafür gekauft. Wenn sie es mir überwiesen hätten, hätte es die Sozialhilfe kassiert.“ Vielleicht gehört das kleine Tablet zu den Sachen, die sich Ursula Hildebrand gekauft hat. Das holt sie am Ende unseres Gesprächs aus ihrer Reisetasche „für ein Erinnerungsfoto“. Souverän geht sie mit dem Gerät um und schießt zwei coole Bilder. Beim zweiten Mal muss Sammy mit drauf.

Keine Reise ohne Sammy. Ihren geliebten Zwergpudel hat Ursula Hildebrand immer dabei.
Keine Reise ohne Sammy. Ihren geliebten Zwergpudel hat Ursula Hildebrand immer dabei.

„Ich will was spenden!“

 „Wo ist hier die Kasse? Ich will was spenden“. Sie besteht darauf und überreicht 10 Euro. „Du hast dir so viel Zeit genommen für mich. Sag mal, ist das eigentlich das einzige Mal, dass wir uns sehen?“

„Die Premiere zum Film, da könnten wir uns wiedertreffen“, meldet sich Sonja Töpfer auf der Fahrt zum Bahnhof vom Rücksitz. „Medizin ohne Vorbehalt“ ist der Arbeitstitel für Töpfers nächstes Filmprojekt. Dabei geht es um Eingriffe wie die Stereotaxie vor 50 Jahren und heute. Ursula Hildebrand wird eine der Protagonistinnen sein.

Mein Fazit nach unserem vierstündigen Treffen: Ursula Hildebrand ist ein Opfer des vorherrschenden medizinischen Denkens ihrer Zeit. Viele Ärzte in der Nachkriegszeit, zum Teil durch die Nazi- Ideologie geprägt, nutzten auch wehrlose Menschen in Einrichtungen für Forschungen und Experimente.

Dr. Heinrich Geißler, Anstaltsarzt in Nieder- Ramstadt von 1947 bis 1973, kann nicht zu ihnen gezählt werden. Frühere Mitarbeiter der Heime erinnern ihn als herzensgut und väterlich.

Ursula Hildebrand ist nicht geistig behindert. Sie ist eine lebhafte Frau und eine ehrliche Haut. „Seelisch behindert bin ich“, sagt sie. „Und mein Hund Sammy ist das einzige männliche Wesen, das mir nahekommen darf.“

* Zitate aus der Krankenakte sind kursiv kenntlich gemacht  

Stereotaxie
Bei dem psycho-chirurgischen Eingriff werden mit speziellen Zielgeräten, die ab 1946 entwickelt wurden, Nervenbahnen im Gehirn zwischen Stirnlappen und Thalamus durchtrennt. Die Eingriffe wurden bis in die 1980er Jahre bei Patienten durchgeführt, die als unheilbar oder zwanghaft galten: Menschen, die sich selbst oder andere verletzten; Menschen mit starkem Sexualtrieb oder auch Homosexuelle. Die Stereotaxie war ein Gewebe zerstörendes Verfahren, oft mit unumkehrbaren Folgen und mit dem Risiko einer Persönlichkeitsveränderung. Der Eingriff stand deshalb immer unter Kritik. Viele Menschen baten selbst um die Operation, weil sie ein sozial angepasstes Leben führen wollten und hofften, von ihrem Makel befreit zu werden.
(Sonja Töpfer)

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