Wallertheimer Firmlinge und Katecheten zu Gast bei Nieder-Ramstädter Diakonie

14.05.2019 | Hanna Ashour

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Hanna Ashour

Hanna Ashour ist Referentin für Kommunikation der NRD. Ihr Einsatzgebiet ist der Regionalverbund Rheinland-Pfalz.

Wallertheimer Firmlinge und Katecheten zu Gast bei Nieder-Ramstädter Diakonie

Am Samstag, 11. Mai, stand für die diesjährigen Wallertheimer Firmlinge ein ganz besonderer Termin im Kalender. Gemeinsam mit einigen Katecheten und Gemeindereferent Andreas Mangold waren sie im Rahmen ihres Vorbereitungskurses zu Gast im Wohnverbund der NRD in Wallertheim. Hier leben derzeit rund 70 Menschen mit Behinderungen unterschiedlichen Alters in sieben Wohngemeinschaften zusammen. Einige von ihnen waren auch bei dem Treffen mit den jungen Besucher*innen dabei. Gemeinsam mit Mitarbeiter*innen des Wohnverbundes hatten sie vier Stationen vorbereitet, um die Sinne ihrer Gäste einmal auf die Probe zu stellen und einen kleinen Eindruck davon zu geben, wie sich das Leben mit einer Beeinträchtigung anfühlt. So konnten die Gäste beispielsweise einen Rollstuhlparcours absolvieren, mit verbundenen Augen den Geschmackssinn testen und erfahren, wie man allein mit den Händen kommunizieren kann.

Für Wohnverbundsleiter Christoph Racky, der im Mai die Nachfolge von Holger Griebel übernommen hat, war es bereits der zweite Termin, bei dem er Gäste aus Wallertheim begrüßen durfte. „Vor kurzem erst hatten wir die örtliche Seniorengruppe zu Gast und heute freue ich mich auf die doch etwas jüngeren Besucher. Das zeigt, wie toll wir hier in der Gemeinde angenommen sind“, freute sich Christoph Racky. Mit solchen Besuchen und Kontakten gelingt es der NRD einmal mehr Barrieren zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abzubauen und Menschen zusammenzubringen.

Während es für einige Teilnehmer der erste Besuch im Wohnverbund der NRD war, waren auch altbekannte Gesichter mit von der Partie. Katechet Uwe Kießling beispielsweise war schon beim ersten Treffen vor drei Jahren dabei. „Das erste Treffen damals hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich seitdem auch einmal in der Woche herkomme und den Bewohner*innen anbiete, gemeinsam spazieren zu gehen“, erinnert er sich. Damit auch die jungen Firmlinge den Besuch ähnlich positiv erleben, wurden sie vorab von Gemeindereferent Andreas Mangold auf den Termin vorbereitet. „Wir haben natürlich über unseren Termin hier gesprochen und versucht, schon im Vorfeld mögliche Berührungsängste abzubauen. Das klappt wirklich immer prima und es ist schön, wie die anfängliche Unsicherheit schnell verfliegt und ein schönes Miteinander entsteht“. Und das war auch diesmal wieder zu beobachten. 

Gleich nach der Begrüßung durch Christoph Racky und Andreas Mangold hatten sich alle auf die unterschiedlichen Stationen verteilt und gleich alles mutig ausprobiert. Der 15-jährige Nicklas Fischer stellte nach seinem ersten Versuch im Rollstuhlparcours fest: „Ich habe das zum erste Mal gemacht und es ist schon eine interessante Erfahrung.“ Was sonst immer so leicht aussieht, stellte sich dabei für manchen zu einer echten Kraftprobe heraus, besonders, wenn es beispielsweise darum ging, draußen ein Stück bergauf zu fahren. Auch Bewohnerin Madeleine Braun hatte ihren Spaß. An ihrer Station zeigte sie gemeinsam mit Teamleiterin Sonja Ley, wie man mit den Händen spricht. Für Lachen sorgte dabei die Erkenntnis, dass das für alle wichtige Wort „zocken“ gar nicht in der Gebärdensprache vorkommt und unbedingt eine Gebärde dafür her musste. Gemeinsam ließen sie sich daher kurzerhand einfach eine Gebärde einfallen. Auf die Frage, wie ihr der Nachmittag gefällt, gebärdete Madeleine Braun, dass sie es nicht nur sehr gut, sondern spitze findet und sie beim nächsten Mal wieder mitmachen wird.

Nach dem vielen Ausprobieren klang das Treffen mit einem gemeinsamen Gottesdienst aus, bei dem die Teilnehmer*innen gleich ihr neu erworbenes Wissen anwenden und das Vaterunser mit gebärden konnten.                                       

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