Jetzt ist es offen für alle: das inklusive Ferienhaus der NRD im Odenwald

09.09.2019

Jetzt ist es offen für alle: das inklusive Ferienhaus der NRD  im Odenwald

Erbach. Gut zwei Jahre nach dem Spatenstich wurde jetzt in Erbach-Erlenbach das Sonnenscheinhaus Christophorus seiner Bestimmung übergeben. Zum Tag der offenen Tür im neuen inklusiven Ferienhaus sind viele Gäste angereist, darunter Prominenz aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik.

Das Ferienhaus ist ein Herzensanliegen der aktiven Frauen und Männer des Unterstützungsvereins Christophorus e. V., allen voran der Vorsitzenden Elke-Elisabeth Mühlhäuser. Vor zwanzig Jahren gründeten Eltern diese Initiative, erinnerte Mühlhäuser, um ihre behinderten Kinder gemeinsam ins Erwachsenenleben zu begleiten. Sie und ihre Mann sind bereits seit 30 Jahren in Kontakt mit der NRD. „Die Zusammenarbeit war von Anfang an vertrauensvoll und loyal“, stellt sie fest, „lange Jahre mit den Vorständen Walter Diehl und Hans-Christoph Maurer, heute mit Brigitte Walz-Kelbel und Christian Fuhrmann.“ Der gemeinsame Wunsch des Unterstützungsvereins ist es, dass das Sonnenscheinhaus ein Haus der Inklusion wird, der Begegnung von behinderten und nichtbehinderten Menschen. „Dank der vielen Spender, namentlich genannt sei Dr. Walter Wasserbäch, konnte das Ziel erreicht werden“, freut sich Elke Mühlhäuser. „Der Verein wird das Haus auch zukünftig fördern, als Zeichen dafür übergebe ich dem Vorstand der NRD heute einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro für den Betrieb des Hauses“.

Inklusion geht nur gemeinsam. Dieses Motto der NRD, so Vorstand Christian Fuhrmann, galt und gilt auch jederzeit im Prozess des Abbaus der Zentraleinrichtung und Regionalisierung der Wohnangebote für Menschen mit Behinderung. „Frau Mühlhäuser und der Unterstützungsverein Christophorus waren von Beginn an verlässliche Begleiter des Prozesses“, stellt er fest. Als der zweite NRD-Standort in Erbach gefunden wurde, entstand die Idee des Ferienhauses. Besonders dankt er der anwesenden Familie Heilmann, auf deren früherem Grundstück NRD-Wohnrichtung und Ferienhaus heute stehen, und für die es sehr schwer war mitzuerleben, dass das alte Hotel Erlenhof durch ein neues Gebäudeensemble ersetzt werden musste.

„Inklusion geht nur gemeinsam“, wiederholt Fuhrmann. „In diesem Sinne ist das Ferienhaus offen für alle. Die einzige Voraussetzung, um hier sein zu können, ist guter Wille und Respekt für alle. Ein inklusives Ferienhaus ist einzigartig im Odenwald und darüber hinaus. Wir sind gespannt, wie das Angebot vom Markt angenommen wird.“

Der hessische Ministerpräsident Bouffier dankte per Brief dem Unterstützungsverein Christophorus und kündigte eine einmalige Zuwendung in Höhe von 500 Euro für den Verein an. Ein weiteres Grußwort kam vom Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Zimmermann, der die Wohneinrichtung neben dem Ferienhaus erst vor kurzem besucht hatte.

Patricia Lips, ebenfalls Odenwälder Bundestagsabgeordnete, war der Einladung gefolgt. Als Abgeordnete sei sie daran beteiligt, im Bundestag Gesetze auf den Weg zu bringen, wie die zur Inklusion. „Aber am Ende des Tages braucht es die Organisationen, die die im Bundestag beschlossenen Gesetze umsetzen. Es sind es die vielen kleinen Bausteine, die eine Idee mit Leben füllen. Es ist noch ein weiter Weg dorthin, wichtig ist es, sich die Träume zu bewahren.“

Der Odenwälder Landrat Frank Matiaske freut sich in seinem Grußwort, dass das Sonnenscheinhaus bei Sonnenschein eingeweiht wird: „Es trägt hoffentlich diesen Sonnenschein weiter“. Als er vor 15 Jahren den schottischen Kreis Falkirk besucht hatte, mit dem der Odenwaldkreis eine Partnerschaft hat, sind ihm die vielen Menschen mit Behinderung im Straßenbild aufgefallen. Er fragte seinen Begleiter, ob es hier so viele Menschen mit Behinderung gebe. Der antwortete: „Es sind nicht mehr als bei uns, nur werden sie bei uns weggesperrt.“ Matiaske ist froh, dass es jetzt auch in Deutschland anders ist und besonders auch hier in Erbach: „Das Sonnenscheinhaus Christophorus bietet die Chance für Nichtbehinderte, Menschen mit Behinderung kennenlernen zu können“.

Bürgermeister Dr. Peter Traub überbringt die Glückwünsche der Stadt Erbach. „Erbach ist stolz auf das Haus und die ganze Anlage. Die Stadt hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein lebendiger Ort zu sein, dazu gehört auch der Abbau von Barrieren“, sagt Traub. Dabei sei es wichtig, dass die Richtung stimmt, die Geschwindigkeit sei nicht das Entscheidende.

Die letzten Glückwünsche kommen von Moritz Promny, Odenwälder Abgeordneter im Hessischen Landtag und dort Vorsitzender des Sozial- und Integrationsausschusses. Jochen Dreibholz von der Planungsgruppe Drei in Mühltal hat den Gebäudekomplex Wohneinrichtung und Sonnenscheinhaus geplant. Eines der Ziele bestand darin, sagt er, die Bebauung so zu planen, dass sie dem ehemaligen Erlenhof gerecht wird. Darüber hinaus war es „unsere Aufgabe, einen baulichen Rahmen zu schaffen, der die inhaltlichen Ziele des Hauses verwirklichen lässt“, sagt der Architekt.

Der offizielle Teil des Tages der offenen Tür schließt mit einer ökumenischen Segnung des Hauses durch die Erbacher Pfarrer Martin Eltermann von der katholischen Pfarrgemeinde St. Sophia und Andreas Höfeld von der evangelischen Stadtkirche. Musikalisch wurde das Programm von der Sängerin Michaela Tischler gestaltet, zwei Beträge steuerte das A-Capella-Ensemble Salto Vocale bei.

Bei Kaffee, frischem Streuselkuchen und kalten Getränken konnten sich die Gäste anschließend stärken und miteinander ins Gespräch kommen. Und endlich war auch das Sonnenscheinhaus für die Besucher offen. Raumaufteilung, geschmackvolle Ausstattung und Möblierung stießen auf einhellige Begeisterung. Ab sofort können die vier Wohnungen des Sonnenscheinhaus Christophorus einzeln oder das Haus ingesamt gebucht werden.  Das Sonnenscheinhaus im Internet: www.nrd.de/sonnenscheinhaus

ökumenischer Segen durch die Pfarrer Eltermann und Höfeld
ökumenischer Segen durch die Pfarrer Eltermann und Höfeld

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  • Inklusion...

    ... finde ich sehr gut. Wenn Kinder von Anfang an zusammen sind und nicht auseinandersortiert werden, gewöhnen sich alle aneinander und können lernen, sich gegenseitig zu helfen. 

    Inklusion...
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